BERICHTE ÜBER WANDERGESELLEN

Fernsehen und Zeitungen berichten immer wieder über Handwerksgesellinnen und -gesellen, die auf Wanderschaft sind. Sogar ein Kinofilm dokumentiert die Wanderjahre. Und natürlich treffen Journalisten immer mal wieder einen Bäcker auf der Walz.


Praxisnahe Lebensschule

Man kann bequemer heimkommen. Daniel Lorenzen wählte den für Wandergesellen traditionellen Weg über das Ortsschild.
Handwerker haben sie erfunden und die Tradition über Jahrhunderte gepflegt – die Walz. Junge Wandergesellen bereisen die Welt, arbeiten und erleben hautnah Menschen und deren Kulturen – wie der Bäcker Daniel Lorenzen. Eine Reportage aus Nord-Handwerk, März 2013.
Nord Handwerk



Auf dem besten Weg

Sarah Schumann ist auf der Walz. Sie lässt sich treiben von der Liebe für den Beruf. Und kommt so ihrem Ziel näher. Eine Reportage von Peter Salden aus der Allgemeinen Bäckerzeitung vom 10.11.2012
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Auf der Walz sein

Mit der “Walz” oder der “Tippelei” bezeichnet man die Wanderschaft eines Handwerksgesellen nach Abschluss seiner Gesellenprüfung. Der Lehrling wird vom Meister “frei” gesprochen und geht auf die Walz. Seit dem 12. Jahrhundert ziehen junge Handwerker durchs Land, um andere Regionen, Kulturen, aber vor allem neue Fertigkeiten in ihrem Fach kennenzulernen.
Artikel über die Walz anläßlich der “Planet Wissen” Schwerpunkt-Sendung “Handwerk zwischen Tradition und Hightech” vom 23.11.2011
Planet Wissen


Bäckerin zieht in die weite Welt

Gebürtige Dahlenburgerin Sarah Schuhmann darf sich ihrer Heimat für drei Jahre und einen Tag nicht nähern

mbo Dahlenburg/Bohlsen. Bäcker, die “auf die Walz” gehen, sind eine Seltenheit. Junge Frauen, die als Handwerkerinnen in die große Welt hinausziehen auch. Die 22-jährige Sarah Schumann wagt jetzt das große Abenteuer. Drei Jahre lang hatte Schumann unter Aufsicht von Betriebsleiter Helmut Vollmer den Beruf der Bäckerin in der Bohlsener Mühle erlernt. Die Ausbildung hat sie mit Bravour und als Beste ihres Jahrgangs bestanden. “Sarah, pass auf dich auf”, gab Vollmer der jungen Frau jetzt mit auf den Weg.

“Ich habe lange überlegt, wie es nach der Ausbildung weitergehen soll”, erzählt Sarah Schumann. Seit einem Jahr beschäftigt sie sich damit, “auf die Walz” zu gehen. Seit Anfang des Jahres weiß die 22-Jährige, dass sie den großen Schritt machen will. Viel erfahren über die “Walz” hat sie von Urs Büttner aus Neetze, der war selbst fünf Jahre unterwegs – von 1991 bis 1996.

Warum er so lange durch die Welt gewandert ist? “Die Welt ist so groß, das schafft man nicht in drei Jahren.” Normalerweise dauert eine “Walz” drei Jahre und einen Tag, und der Wandergeselle darf nicht näher als 50 Kilometer an seinen Heimatort heran, Büttner kam bis an das Kap Hoorn in Südamerika.

Urs Büttner ist es auch, der Schumann bei ihren ersten Schritten hinaus in die Welt begleitet. Neben ihr werden noch drei weitere Neulinge, allesamt Männer, von ihm auf den Weg gebracht. Sie hat schon mit vielen, die unterwegs sind oder waren, gesprochen. “Je mehr ich darüber erfahren habe, desto genauer wusste ich: Genau das will ich auch machen.”

“Natürlich waren meine Eltern nicht begeistert von diesem Vorhaben, trotzdem haben sie mich unterstützt.” Von ihrem Vater hat sie den “Stenz”, den traditionellen Wanderstab, bekommen. Die Wanderkluft, eine schwarze Hose, eine pepitagemusterte Weste mit schwarzem Rücken, ein “Maijacket” (mit Pepitamuster, schwarzem Revers und Taschen) und ein schwarzer Zylinder werden die nächsten Jahre ihr Outfit sein.

Bevor Schumann aber in ihre Kluft schlüpfen durfte, musste sie auf ihrer “Los-Geh-Party” in Leisten, einem Ortsteil von Schnega, durch ein Spalier von Wandergesellen laufen. Rund 20 Gleichgesinnte, Tischler, Zimmerer, Schneiderin, Segeltuchmacherin und Bäcker, jeder mit einem Eimer Wasser aus dem Dorfteich in der Hand, warteten auf ihren Einsatz. Sie rannte durch das Spalier, wurde pitschnass. Jetzt war der Zeitpunkt für sie gekommen, in ihre Kluft zu schlüpfen. Als Sarah Schumann war sie losgelaufen und wurde zur freireisende Bäckerin Sarah. In der Hand den Stenz, auf dem Kopf den mit Blumen geschmückten Zylinder. Zur Ausstattung gehören auch eine Taschenuhr, ein Gürtel mit dem Zunftwappen und der Anhänger im Ohr.

Zur Ausstattung gehört ebenfalls ein Wanderbuch, in dem alle zukünftigen Arbeitsstellen eingetragen werden. “Ein Arbeitsnachweis für später”, erklärt sie. Sarah hat sich keinem Schacht, so werden die Vereinigungen von Wandergesellen genannt, angeschlossen. Das ist daran zu erkennen, dass sie keinen Schlips trägt und dass der Kragen des weißen Hemds nach innen eingeschlagen ist.

Von der Walz erhofft sie sich viele neue und besondere Erfahrungen. Zu früheren Zeiten war es für Gesellen Pflicht, auf die Wanderschaft zu gehen. Büttner: “Jedes traditionelle Handwerk kann auf die Wanderschaft gehen.” Heute sind rund 700 Handwerker unterwegs. Ebenfalls zur Ausstattung gehört der “Charlottenburger”, das Tuch, in das Wandergesellen ihr Hab und Gut einwickeln. Den bekam Sarah von Vollmer überreicht. Auch für ihn ist es etwas ganz Besonderes: “Noch nie ist einer meiner Auszubildenden auf die Walz gegangen.”

Zum Abschied gehörte auch, dass die freireisende Bäckerin Sarah mit Meister Urs im Spinnermarsch, dem Gänsemarsch mit Gesangs- und Trinkeinlagen, durch den Ort gezogen war – eine letzte Gelegenheit sich zu verabschieden. Am Ortsschild bekam Sarah von einem Vertreter der Kreishandwerkerschaft Uelzen-Dannenberg ihren Gesellenbrief überreicht und wurde freigesprochen. Mit einem kühnen Sprung über das Ortsschild von Leisten machte sich Sarah, ohne einen Blick zurückzuwerfen, auf in die Fremde.

Sarah Schumann hat sich von ihrem Heimatort Leisten auf die Walz begeben, will als Bäckergesellin ihr Glück suchen. Foto: mbo

© Landeszeitung für die Lüneburger Heide 2011


Pressedienst Odenwaldkreis vom 02.11.2010

Zwischenstation auf langer Reise machten drei junge Männer vor kurzem im Landratsamt in Erbach. Sie befinden sich auf der Walz. Zurzeit wandern sie von Konstanz am Bodensee nach Kiel. Saskia Hofmann berichtet über  “Bäcker, Schreiner und Zimermann auf der Walz”.

odenwaldkreis

Dietrich Kübler wünscht den Wandergesellen für den weiteren Weg Gesundheit und viele positive Erlebnisse. (Von rechts: Dietrich Kübler, Bäcker Daniel, Zimmermann Tom und Schreiner Wolfram)

© Alle Rechte vorbehalten. Pressedienst Odenwaldkreis. Zur Verfügung gestellt von der Autorin Saskia Hofmann.

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DBZ-Ausgabe 10/2010

Burkhard Fritsches satirische Auseinandersetzung mit dem Thema Bäckerwalz.


Frankfurter Allgemeine Zeitung Jugend vom 08.09.2010

In “Zünftige in kräftigem Rot” schreibt Annika Hanke über Frauen auf der Walz.
© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.
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Erfahrunsbericht: Fünf Jahre auf der Walz

Urs Büttner hat fünf Jahre als Bäcker auf der Walz Erfahrungen gesammelt und in dieser Zeit ein ganz besonderes Weihnachtsfest erlebt. Quelle: MittelstandsWiki


Auf der Walz – Kinofilm von 2009


Julia Daschner hat über mehrere Monate Wandergesellen und -gesellinnen auf der Walz begleitet. Den Trailer findest Du bei youtube.com. Informationen über den Film auf www.auf-der-walz.com.


Lübecker Nachrichten vom 25. August 2010

In den Lübecker Nachrichten beschreibt Sabine Risch die Bäckerwalz von Daniel, die bis nach Neuseeland ging.

Artikel LN – Junger Baecker auf der Walz


ABZ vom 21. August 2010

Die Allgemeine Bäckerzeitung berichtet in der Ausgabe vom 21. August 2010 über die Bäckerwalz.

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